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organspende kritisch betrachtet

Gewebespende

Der Nutzen der Gewebespende ist wenig bekannt. Wer auf dem Organspendeausweisen ohne wenn und aber einfach ja ankreutzt, gibt damit auch die Einwilligung zur Gewebespende. Und hier eröffnet sich ein lukratives Feld; Während die Organentnahme nur bei "Hirntoten" möglich ist, können Gewebe auch noch von "normal" Verstorbenen bis zu 72 Stunden nach dem Tod, entnommen werden. Das trifft dann theoretisch für alle etwa 800 000 jährlichen Sterbefälle in Deutschland zu. Liegt also eine Einwilligung zur Organspende ohne Einschränkung vor, kann jedem Verstorbenen Gewebe entnommen werden. Und wenn man weiß, was unter den Begriff "Gewebe" so alles fällt, nämlich..

  • Augenhornhaut
  • Blutgefäße
  • Haut
  • Herzklappen
  • Sehnen, Bänder und Bindegewebe
  • Knochen, Knochenmark
  • Amnion (Eihaut der Fruchtblase)
  • Gehörknöchelchen
  • die Brustaorta
  • Muskelhaut des Oberschenkels
  • die Kniescheibe
  • Stücke vom Beckenkamm
  • Achillessehne
  • Meniskus etc.
  • Im "Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (Transplantationsgesetz - TPG)
    § 17 Verbot des Organ- und Gewebehandels", heißt es zwar:
    (1) Es ist verboten, mit Organen oder Geweben, die einer Heilbehandlung eines anderen zu dienen bestimmt sind, Handel zu treiben.
    Satz 1 gilt nicht für..
    1. Die Gewährung oder Annahme eines angemessenen Entgelts für die Erreichung des Ziels der Heilbehandlung gebotenen Maßnahmen zum Infektionsschutz, die Aufbewahrung und die Beförderung der Organe oder Gewebe sowie
    2. Arzneimittel, die aus oder unter Verwendung von Organen und Geweben hergestellt sind (...) oder Wirkstoffe im Sinne des § 4 Abs. 19
    des Arzneimittelgesetzes, die aus oder unter Verwendung von Zellen hergestellt sind".

    Wenn man bedenkt, dass man mit aufbereiteten Gewebespnden Spitzenpreise erzielt, so würden sich bei einer erhöhten Spendenbereitschaft ein Mords Umsatz erzielen lassen, weil als "Spender" schließlich auch die zur Verfügung stehen, die nicht einem Hirntod erlegen..

    RTI Surgical gehört zu den weltweit führenden Unternehmen für chirurgische Implantate und bietet Ärzten und deren Patienten ein breites Portfolio an biologischen Lösungen sowie Implantaten aus Metall und synthetischen Materialien. Tutogen Medical GmbH ist ein deutsches Tochterunternehmen von RTI und darauf ausgerichtet, Gewebetransplantate sowohl für die USA als auch für die Abgabe in andere Länder aufzubereiten.
    Tutogen Medical GmbH hatte 2015 einen Umsatz von 20,68 Mio. Euro. RTI Surgical selbst machte 2015 einen Umsatz von 149 Mio. USD.

    Die mögliche Vermarktung von gespendetem Gewebe ist kaum bekannt, und es besteht auch kein großes Interesse dies zu ändern. Da erscheint die Bemühung um die Spendenbereitschaft plötzlich in anderem Licht und macht gleich doppelt Sinn. Die Angst, dass manche Menschen vor einer Zustimmung zur Gewebeentnahme abstand nehmen würden, wenn sie über das ganze Ausmaß der Gewebespende, den Verarbeitungsprozess und die anschließende Vermarktung Bescheid wüssten, ist nicht ganz unberechtigt.

     

     

    Hauptsächlich verantwortlich für Gewebespenden sind in Deutschland das Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz Gemeinnützige Gesellschaft mbH (DIZG) und die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation mbH – Gemeinnützige Gesellschaft – (DGFG)
    Dagegen ist die Tutogen Medical GmbH rein kommerziell.


    Die DGFG erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz von insgesamt 5.668.137 Euro. Die Steigerung zum Vorjahr betrug rund 4,5 Prozent. 2015 haben insgesamt 2.089 Menschen der DGFG Gewebe gespendet. Im Vorjahr waren es 1.846 Menschen. 88 Prozent der Spender sind Herz-Kreislauftote Spender. Postmortale Gewebespenden stammen damit über- wiegend von Spendern, bei denen die Hirntoddiagnostik keine Rolle spielt.

    Das DIZG konnte 2015 Gewebespenden von 1.743 lebenden oder verstorbenen Menschen entgegennehmen. Die Anzahl der Menschen, von denen das DIZG in 2015 eine postmortale Gewebespende erhielt, stieg um 6,8 Prozent auf 363 an. Insgesamt erreichten das DIZG aus diesen Spenden 7.357 Einzelgewebe

    Im Jahr 2015 (2016 noch nicht veröffentlicht) hat das DIZG insgesamt 34.811 Transplantate aus gespendetem Knochengewebe, Sehnen, Haut, Fascia und Amnion, verteilt auf rund 350 unterschiedliche Transplantatformen, zur klinischen Anwendung abgegeben. Sie selbst zahlen nur "Aufwandsentschädigung" für die Entnahme von gespendetem Gewebe..

    Was man so alles von Spendern entnehmen kann, lesen Sie Hier

    Und was das Geschäft mit dem "Altruismus" bringt, Hier

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    © 2017 Petra Augustin