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organspende kritisch betrachtet

Hirntod

Aller Anfang..

Am Anfang jeder Organspende steht die Feststellung des Hirntodes, also der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms“ (§ 3 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 TPG)


Dazu sagt RiAG Rainer Beckmann, Würzburg..


"Maßgeblich ist nach der deutschen Rechtslage der so genannte "Ganzhirntod", also "der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms" (§ 3 Abs. 2 Nr. 2 TPG). Nun kann aber auch beim Gehirn ein Funktionsersatz vorgenommen werden, nicht vollständig, aber teilweise. Insbesondere kann die Funktion des Atemimpulses, der vom Stammhirn ausgeht, dadurch ersetzt werden, dass eine Beatmungsmaschine die Lunge mit Luft füllt. Der Gasaustausch und der Weitertransport des Sauerstoffs im Blut erfolgt dann auf natürlichem Weg. Weil diese Teilfunktion des Gehirns maschinell ersetzt werden kann, liegt also kein "endgültiger, nicht behebbarer" Funktionsausfall der "Gesamtfunktion" des Gehirns vor. Damit aber ist die Definition des "Ganzhirntodes" nicht mehr erfüllt"..weiter

Seit inkrafttreten des ersten Transplantationsgesetzes (TPG) 1997 gilt der Hirntod in Deutschland als der Tod des Menschen. Allerdings wachsen in Deutschland und auch International die Zweifel am Hirntod-Konzept. Die BÄK hat dem Rechnung getragen und den Hirntod kurzerhand in den Irreversiblen Hirnfunktionsausfall umbenannt. Das Endergebnis bleibt aber dass gleiche; Nach dem Abschluss der Diagnostik sind Sie nach dem TPG verstorben. Mit allen Konsequenzen, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt alles andere als eine Leiche im üblichen Sinne sind. Man darf Ihnen aber jetzt trotzdem Ihre Organe entnehmen. Den Hirntod zu verneinen und zu ignorieren ist keine Lösung. Fakt ist er ist mittlerweile im Gesetz verankert und gilt juristisch als der Tod des Menschen, also muss man sich damit auseinandersetzen. Jeder der eine Organspende in Erwägung zieht, sollte sich über den Hirntod informieren und sich die Frage stellen, ob hirntote Menschen "Sterbende" oder schon "Leichen" sind.

Darüber war sich auch der Deutsche Ethikrat in seiner Stellungsnahme zur Organspende nicht einig, kam aber einstimmig zu dem Entschluß, dass der zustand des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls als Voraussetzung für eine postmortale Organentnahme festzuhalten ist. Darüber hat die Frankfurter Allgemeine einen sehr guten Artikel geschrieben..


 

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"In der Tat beruht die Transplantationsmedizin auf dem Dilemma, dass die Hoffnung eines Menschen auf Weiterleben untrennbar mit dem Tod eines anderen Menschen verknüpft ist, so dass in der Tat das Bild eines Ersatzteillagers zuzutreffen scheint."

Jochen Taupitz, Medizinrechtler

Hirntote Menschen sind demnach auch nicht mit Leichen gleichzusetzen. Schließlich sterben sie erst endgültig durch die Entnahme der Organe. Das Mitglied des Deutschen Ethikrates und Mannheimer Lehrstuhlinhaber Jochen Taupitz spricht deshalb von sogenannten "Dilemmata" bei der Organspende.

Jochen Taupitz von der Universität Mannheim hat am 18. März 2015 in der Reihe "Herzblut" des Technoseums vorgetragen




Gesetz und Wissenschaft


  • Transplantationsgesetz
  • Richtlinien Hirnfunktionsausfall
  • Hirntoddiagnostik
  • Der Hirntod - Definition, Ursachen, Diagnostik


  • So sieht die Realität aus..


    Über die belastenden Untersuchungen, mögliche Gefahren und Fehleinschätzungen bei der Hirntoddiagnostik wird der spendenwillige Bürger derzeit nicht aufgeklärt. Wie schwierig Ärzte die neuen Richtlinien sehen, lesen Sie Hier



    Mehr Informationen über den Hirntod finden Sie hier und hier.

    © 2017 Petra Augustin